Traumjäger
Gewürztes Schweinefleisch und Schinken
Wenn ihr euch im wwww durchgeklickt habt, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie als aktiver Internetnutzer auch eine Mail-Adresse haben. Und dann habt ihr sicher auch schon diese Erfahrung gemacht: Ein übervolles Postfach "lacht" euch an, aber eigentlich seit ihr ein Opfer dieser überflüssigen Mails, oder Spams, die Ihr Postfach "zumüllen".
Spam ist eigentlich eine Abkürzung aus dem Englischen "spiced pork and ham", was gewürztes Schweinefleisch und Schinken bedeutet. Dieses "Spam-Fleisch" spielte in Sketchen der englischen Komiker-Gruppe Monty Python immer wieder eine Rolle bei Restaurantbesuchen, in denen es ständig serviert wurde. Somit wurde Spam ein Sinnbild für etwas, was ständig wiederkehrt aber keiner haben will. So wie die Massen unerwünschter (Werbe-)Sendungen (Englisch auch: send phenomenal amounts of mail) in ihrem E-Mail Postfach.
Die Hälfte aller Mails sind "fiktiver" Werbe-Müll
Man geht davon aus, dass etwa die Hälfte der eingehenden E-Mails Spam sind, oft auch Junk-Mail (Müll-Post) genannt. Die Zahlen zum täglichen Spam-Aufkommen sind dabei je nach Provider oder Mail-Dienst verschieden. Sie sind beispielsweise auch abhängig davon, wie viele Kunden diese Internetanbieter haben. Während zum Beispiel AOL von mehreren Milliarden Spams am Tag ausgeht, zählt der deutsche Anbieter WEB.DE täglich "nur" etwa 30-50 Millionen Spams.
Fast alle Spams enthalten Werbebotschaften, haben also einen kommerziellen Charakter. Spitzenreiter mit fast 60 % des Werbemülls sind Spams aus dem Bereich Gesundheit bzw. Pharmazie, gefolgt von Finanzen, Pornografie und Direktmarketing.
Die Profiteure bzw. Hauptverursacher nutzen dabei die lukrative Möglichkeit, ohne großen Aufwand einen riesigen Kreis von Empfängern zu erreichen. Da lohnt es schon, wenn nur ein Bruchteil auf die Werbebotschaften eingeht. Die meisten Spams kommen aus den USA. Das hängt auch damit zusammen, dass die Vereinigten Staaten das höchst entwickelte Land bezüglich der Nutzung des Internet sind.
Fiktiver Müll und trotzdem teuer
Obwohl Junk-Mails keinen greifbaren Müll darstellen, haben sie dennoch ihren Preis. Wie hoch der finanzielle Schaden ist, den Spams verursachen, kann man erahnen, wenn man sieht, welchen Aufwand Internetprovider nur wegen der Spams betreiben. Ein Anbieter spricht zum Beispiel davon, dass etwa 50 % seiner mailbezogenen Infrastruktur wie Mailserver oder Speicherkapazitäten nur wegen der Spams existiert. Zudem sind dort mehrere Mitarbeiter ausschließlich mit der Bearbeitung der Spams beschäftigt.
Wenn Sie abschätzen wollen, was euch oder Ihren Arbeitgeber die Spamflut kostet, dann können Sie das folgendermaßen grob ausrechnen: Multipliziert die Anzahl der eingehenden Spams mit der Zeit, die ihr mit der Bearbeitung von Spams benötigen (im Durchschnitt benötigt man etwa zehn Sekunden für das Erkennen und Löschen jeder unerwünschten Mail) und weiterhin mit der Anzahl der Mitarbeiter. Wenn ihr jetzt noch wisst, wie hoch der durchschnittliche Stundenlohn in eurem Betrieb ist, dann könnet ihr die Kosten überschlagen, die durch den Mail-Müll verursacht wird.
Wie kann man sich schützen?
Legen Sie sich eine zweite E-Mail-Adresse zu, die Sie bedenkenloser nutzen können und bei der es Sie weniger stört, mit Spam überhäuft zu werden, nachdem Sie diese in irgendwelchen Firmen oder Chat-Foren weitergegeben haben. Ihre tägliche E-Mail für den Privatgebrauch sollten Sie nur Personen weitergeben, denen Sie vertrauen.
Wählen Sie eine Mail-Adresse bei einem Anbieter, der mit einem guten Mail-Filtersystem arbeitet. Viele Anbieter haben heute schon Filter vorgeschaltet, um Ihr Mail-Konto vor den überflüssigen Werbebotschaften zu schützen. Diese Filter funktionieren nach unterschiedlichen Prinzipien. Entweder sie filtern Mail-Adressen heraus, die besonders häufig eintreffen oder sie führen eine Art Statistik, in der nach besonders spam-verdächtigen Stichwörtern gesucht wird. Zusätzlich gibt es aber auch spezielle Zusatzprogramme, die diese Mails (aus-) sortieren.
Seien Sie vorsichtig mit der Weitergabe Ihrer E-Mail-Adresse. Viele Leistungen oder Aktionen über Internetseiten sind mit dem Ausfüllen elektronischer Formulare verbunden, in denen auch nach Ihrer E-Mail-Adresse gefragt wird. Überprüfen Sie, ob Sie es vermeiden können, Ihre Adressdaten weiterzugeben.
Fazit: Auch wenn Sie noch so vorsichtig mit Ihrer Mail-Adresse umgehen, sind Sie nicht sicher davor, irgendwann doch unerwünschte Post in Ihrem Briefkasten vorzufinden. Das liegt daran, dass viele Mail-Adressen von den Spammern einfach erraten werden können. Weiterhin können Sie wahrscheinlich auch nicht vermeiden, dass Ihre Mail-Adresse von Bekannten oder Freunden "unbeabsichtigt" bei Kettenbriefen oder Ähnlichem mitversendet wird und somit auch den Spamverursachern in die Hände fallen kann.
TJ