Strolch
Ich würde hier gerne mal ein heikles Thema anschneiden.
Wie haltet ihr es mit dem Alkohol?
Habt ihr Erfahrung mit Alkoholkranken?
Im letzten Forum ,wo ich schrieb gab es zwei offen bekennende Alkoholiker.Beide trocken seit längerer Zeit.
Sie gingen sehr unkompliziert mit ihrem Problem um,selbstkritisch und offen.
Wann ist man Alkoholiker?
Wenn es nach der WHO (Weltgesundheitsorganisation) ginge so ist schon derjenige dem Alk verfallen, der regelmässig abends sein Viertele Wein trinkt....ich persönlich sehe das nun nicht so eng.
Und ihr ?
LG
vom
Strolch
Ulrike
Strolch die Frage ist, was passiert wenn du heim kommst und es ist kein Wein mehr da?
Gehst du dann noch mal los, Nachschub besorgen? Oder machst du die ne Schokolade (oder was auch immer) und bist auch zufrieden?
Das wird immer als ein Gradmesser angesehen.
Ich bin mit einem trockenen Alkoholiker verheiratet aber jetzt muss ich weg. Vielleicht ergibt sich ja noch was aus der Sache hier.
Guck morgen wieder rein.
Liebe Grüße
Olga
Strolch
Doch Olga..mit Sicherheit ergiebt sich was, wenn Dein Mann einverstanden ist, dass Du hier darüber schreibst und Du selber es möchtest....mein ehrlich gemeintes Interesse ist Dir sicher.
LG
vom
Strolch
yoli
Gutes Thema lieber Strolch.
Mir kommt eine alte Frau ( 88 Jahre ) in den Sinn. Sie war eine Bewohnerin in dem Pflegeheim wo ich arbeitete.
Ich versuche sie zu beschreiben, sie war ca. 1.58 gross und wog 45 kg. Ihre Augen waren ein wunderschönes azur blau und ihr Lächeln ...sehr verschmitzt.
Sie wusste nämlich, dass sie jeden Winkel in ihren Möbeln voll gestopft hatte mit leeren Magdalenerflaschen.
Niemand durfte ihr irgend etwas aus den Schränken holen und wenn sie auf allen vieren selber hin musste.
Ja es kam wie es kommen musste, sie stürzte, hatte einen Schenkelhalsbruch und musste in den Spital. Meine Aufgabe war es dann ihr Nachschub an Wäsche zu bringen.
Wäsche war kaum vorhanden aber..........ja Flaschen!
Leere!
Im Spital war sie sehr verwirrt. Nach Absprache mit dem Arzt durfte sie ein kleines Fläschchen Wein täglich geniessen und sie war wieder sich selbst.
Ich blieb ihre Verbündete, sie musste mir aber versprechen nur so viel zu trinken, dass sie noch normal auf den Beinen stehen konnte. Sie war auch zufrieden mit 0.3 dl. Wein tgl. wo sie doch vorher jeweils bis einen Liter trank.
Sie lebte noch 4 Jahre, nahm sehr wenig Essen zu sich keine andere Flüssigkeiten und war glücklich.
Übrigens sie liebte Gedichte wie ich auch
Liebgrüss
yoli
Strolch
Tja , das sehe iscj so als eine Art Altersalkoholismus an......aber bitte wer möchte einem alten Menschen noch sein tägliches Viertele verbieten, wenn es ihn glücklich macht?
Die Jugend, die würd mich interessieren und Menschen in unserem Alter....
LG
vom
Strolch
Ilona
Wenn man mit einem Mann mit Alkoholproblem verheirate war,
ist man sicheräußerst vorsichtig und ein gebranntes Kind....
Ich trinke gern mal ein Glas Rotwein oder einen Trink, aber nur in
Gesellschaft, selten allein.
Meine Kinder haben in ihrer Studentenzeit selbst Wein angesetzt..
Honig-Ingwer- Kirsch, oder Pflaumenwein..
Das hat großen Spass gemacht und man kann schon mal ein Fläschen
trinken..
Ich bin froh, dass ich ohne Alkohol leben kann, ebenso Nikotin...
Alkoholsucht ist eine Krankheit und den Menschen ist schwer zu helfen.
Wer einmal eine Entziehungskur hinter sich hat bleibt ein Leben lang Alkoholiker und oft gibt es Rückschläge..
LG Engel
Ulrike
Mein Mann hat da sicherlich nichts dagegen, nur ich weiß im Moment nicht was ich schreiben soll.
Er ist nun schon über 520 Jahre trocken und im Alltag ist das alles kein Thema mehr für uns.
Gehe jetzt erst mal mit den Hunden und melde mich später noch mal.
Wenn du aber Fragen hast? Damit ist der Einstieg immer leichter.
Liebe Grüße
Olga
Ulrike
So einen ähnlichen Fall hatte ich mit rauchen.
Ein alter Mann klapperdürr, ehemaliger Schneider, sein Leben lang Eckstein geraucht.
Das ist hier was ziemlich heftiges und der wollte sich mit um die 80 das rauchen abgewöhnen. Das habe ich auch nicht verstanden.
Die "ärgste" Erinnerung die ich an ihn habe war mal dass er sagte
"Ach Mädchen du siehst heute wieder richtig gut aus" ich war schon innerlich am wachsen "so rund und gesund"
Örks, da fehlten mir die Worte, war nicht das was ich hören wollte.
Schönen Tag
Olga
Waldbaum
| Zitat: |
Original von Strolch
Wann ist man Alkoholiker?
Wenn es nach der WHO (Weltgesundheitsorganisation) ginge so ist schon derjenige dem Alk verfallen, der regelmässig abends sein Viertele Wein trinkt.... |
Ja, ich kenne auch diese Definition und lehne sie als unsinnig ab.
Es hat sich doch langsam herumgesprochen, dass Alkohol in Maßen wie eine lebensverlängernde Medizin wirkt.
Und besonders Wein kann als
gesund angesehen werden!
Ilona
Und besonders Wein kann als gesund angesehen werden! Winke winke
Aber nur in ganz geringen Mengen..1 Glas pro Tag und keine Flasche...
LG Engel
Waldbaum
| Zitat: |
Original von Engel
Aber nur in ganz geringen Mengen..
|
Diese Menge ist bei Mann und Frau übrigens verschieden. Der Körper des Mannes vermag den Alkohol besser abzubauen. Unfair, aber wahr!
Hannes
Ich habe sehr frühe Erfahrungen mit den Folgen von Alkohol.
Zuerst einmal mit mir selbst. Als Teenager - natürlich - es mal ausprobieren, sich besaufen bis zum Stehkragen. Und dann Dinge tun, die Kontrolle verlieren, ich konnte nicht fassen was da alles möglich war.
Und dann Erlebnisse mit anderen. Unglaubliche Agressionen, Schlägereien, Gewalttätigkeiten.
Ausserdem der ziemlich eklige Geschmack von Bier und Wodka und dergleichen...
Für mich ein Grund keinen Alkohol zu trinken und so habe ich es bis heute gehalten, vielleicht mal an einem sehr heißen Tag ein kleines Glas kühles Pils oder unter Freunden einen Wodka-Lemon. Aber nur sehr selten.
Ich hab aber auch nichts dagegen wenn Leute trinken, solange sie die Kontrolle behalten und keine verantwortungslosen Dinge tun, die auch ANDEREN schaden.
Mit Alkoholikern hatte ich, soweit ich weiß, nie zu tun, obwohl da ja wohl die Grenze recht fliesend ist.
Waldbaum
| Zitat: |
Original von Hannes
Ich habe sehr frühe Erfahrungen mit den Folgen von Alkohol.
Zuerst einmal mit mir selbst. Als Teenager - natürlich - es mal ausprobieren, sich besaufen bis zum Stehkragen. Und dann Dinge tun, die Kontrolle verlieren, ich konnte nicht fassen was da alles möglich war.
|
So was soll heute ja wieder in sein.
Und in England erst recht!
Schade!
emilio
gutes thema
da kann man schnell auch aus gesellschaftlichen gründen hereinschlitteln. Bei dieser sitzung ein gläschen, nach der arbeit ein kleines apéröchen, zum nachtessen ein winzigkleines gläschen, zum verdauen nur ein schlücklein grappa. Ein hundsgewöhnlicher tag ohne TRINKEN. Das natürlich als guter bürger und gehorsamer mitarbeiter täglich.
Nein, da habe ich nicht mehr mit gemacht seit die Alkohol-Promillegrenze im Strassenverkehr runter gesetzt wurde. Ein guter Grund, der wurde auch akzeptiert.
gruss
emilio
mausi
Das Thema Alkohol ist sehr vielseitig. Ein Alkoholiker wird sicherlich hier nicht zugeben,
dass er zu viel trinkt, er gibt es meistens ja noch nicht einmal sich selbst gegenüber zu.
Süchte werden gern verdrängt, ja, es wird sogar ständig beteuert, wie wenig man
doch trinkt/isst!! Ich kenne eine Frau, die ständig über andere redet, die angeblich
zu viel trinken, dabei hat sie selbst oft ein Fähnchen, und das schon morgens. Fressüchtige
z.B. erwähnen bei jeder Gelegenheit, wie wenig sie doch essen, und dass sie doch
nicht abnehmen.
Die Wende im Leben von Süchtigen Menschen beginnt an dem Tag, an dem sie sich
ihre Sucht eingestehen.
Ich persönlich trinke gern Alkohol, natürlich immer nur ein Schlückchen. Ich esse auch
hin und wieder mal ein Stückchen Schokolade und ein Kügelchen Eis mit einem Tüpferchen
Sahne..... weiss auch nicht, wo mein Übergewichtchen herkommt....
LG mausi
Heide
| Zitat: |
Original von emilio
.. seit die Alkohol-Promillegrenze im Strassenverkehr runter gesetzt wurde. |
Die ist immer noch zu hoch: 0,0 Promille, dann würde bei manchem auch die Rechnerei, darf ich noch was trinken oder nicht, aufhören.
Sonja
ja das wäre angebracht.
mein mann war 34 jahre alt als er von einem betrunkenen
autofahrer umgebracht wurde.
er überquerte die strasse, der kam mit seinem auto ums eck,
hat ihn gar nicht gesehen...
das bedeutete in folge.
drei kleine kinder 3, 2 jahre und eines damals noch unterwegs
wurden halbwaisen.
das bedeutete dass nichts mehr so war und auch nie mehr so wurde,
wie wir es uns vorgenommen hatten.
lg
sonja
yoli
Liebe Sonja
das ist ein so schweres Schicksal. So ein grosser Verlust.
Für die Kinder lebt man weiter.
Das können nur jene in Völle verstehen, die das auch mitgemacht haben.
sei lieb gegrüsst
yoli
yoli
Heide schreibt
Die ist immer noch zu hoch: 0,0 Promille, dann würde bei manchem auch die Rechnerei, darf ich noch was trinken oder nicht, aufhören.
JA!
So muss es sein. Zum grossen Glück halten sich alle unsere Kinder daran, sowie ihre Freunde.
Auch wir halten es so. Es gibt Taxi, es gibt öffentliche Verkehrsmittel, es gibt andere Getränke ohne Alkohol.
liebe grüsse
yoli
Heide
@Sonja, das tut mir sehr leid. Schlimm sowas.
Ich möchte noch sagen: es ist nicht so, das ich nix trinken würde, aber man sollte wissen wann und wieviel.
Wegen der Promillegrenze im Straßenverkehr höre ich oft das Argument: ein Glas Wein oder Bier gehört zu einem guten Essen.
Mag sein, kann man zu Hause auch machen, aber eben nicht wenn man anschließend mit dem Auto fahren muss.
Yoli, ich beobachte das auch bei meinem Sohn und seinen Freunden. Derjenige der fährt trinkt nicht. Das war am Anfang immer meine große Angst, dass sie es nicht so genau nehmen. Aber erstaunlicherweise gibt es da keinerlei Probleme.